CHRONIK DER VORTRÄGE

 

 


Dr. Bärbel Küster, Universität Stuttgart 
»Kunst und Demokratie«.

Erich Hausers Röhrenplastik 8/73 an der Landesvertretung Baden-Württemberg

Mittwoch, 19. Mai, 19.00 Uhr 2010 Konferenzraum, Kunststiftung Erich

Hauser Henry Moores »Two Large Forms« vor dem Bundeskanzleramt avancierten in der Bonner Republik zu den bekanntesten Skulpturen im öffentlichen Raum. Schon drei Jahre zuvor, 1973, hatte die Landesvertretung Baden-Württemberg Erich Hauser seine Röhrenplastik »8/73« am Rhein realisieren lassen. Hausers Plastik symbolisierte wie kaum ein anderes Kunst-am-Bau-Projekt am Rhein die Verbindung von Kunst und Demokratie und setzte diese Idee – anders als Henry Moore – auch formal außerordentlich konsequent um. Einen geradezu ironischen Schlagschatten auf die öffentliche Kunstförderung wirft das weitere Schicksal dieses herausragenden Werkes an seinem späteren Standort in Stuttgart. Der Eintritt ist frei.

 

 

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Der Park ist nicht nur für Bäume da

 

Szenarien und Perspektiven im Skulpturenpark
Donnerstag 23. September  2010 16.00 bis ca. 21.00 Uhr
Konferenzraum, Kunststiftung Erich Hauser

Referenten:
Dr. Elisabeth Fiedler
Österreichischer Skulpturenpark am  Universalmuseum Joanneum, Graz

Dr. Martin Henatsch
Herbert-Gerisch-Stiftung, Neumünster

Christoph Schäfer
Künstler, Parc Fiction, Hamburg

 

Prof. Dr. Udo Weilacher
Technische Universität München

PD Dr. Ruth Wöbkemeier
Universität Bremen

Während bis Mitte des 20. Jahrhunderts der »Ausstellungsraum« im Grünen museal verstanden und die Landschaft als Kulisse oder Bühne gesehen wurde, hat sich dies in den 1960er-Jahren geändert. Natur und Skulptur definieren sich nun wechselseitig. Ausgehend von einer speziellen Form des Skulpturengartens, dem Künstlerpark, wie er auch von Erich Hauser angelegt wurde, soll im Rahmen des Symposiums der Blick zurück auf die kunsthistorische Tradition geworfen und ebenso der Fokus auf die aktuelle Präsentation und Interaktion von Skulptur im Kontext von Natur und Landschaft gerichtet werden.

 Zum Flyer im PDF-Format ->

 

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Vortragsreihe 2006

Start up – Strategien und Karrieren im Kunstbetrieb

 

Kathrein Weinhold, Galeristin und Dozentin, Berlin

Künstlerkarriere im Zeitalter des Starkults

„Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zum Erfolg im 21. Jahrhundert“. Mit diesem Satz beschreibt Kathrein Weinhold den Zeitgeist im Kunstmarkt. Aufmerksamkeit zieht neue Aufmerksamkeit nach sich. Doch sie kann auch sehr kurzlebig sein. In ihrem Vortrag charakterisiert sie die Mechanismen von Markt, Marketing und Künstlerkarrieren. Im letzten Jahr erschien in diesem Zusammenhang ihr viel beachtetes Buch „Selbstmanagement im Kunstbetrieb, Handbuch für Kunstschaffende“.

 

Prof. Ottmar Hörl, Präsident der Akademie der bildenden Künste Nürnberg und Prof. Dr. Ludger Hünnekens, Rektor der Akademie der bildenden Künste Stuttgart im Gespräch mit Bernd Fesel, Freier Kulturberater und Generalsekretär des europäischen Galerienverbandes

Kunstakademien im Spannungsfeld zwischen Elfenbeinturm und Kunstmarkt

Wenn heute vom Künstler-Unternehmer, von Starkult und Slebtsvermarktung die Rede ist, müssen sich Kunstakademien fragen, ob sich diese Orientierung am Kunstmarkt mit ihren Ausbildungsbedingungen und Leitbildern vereinbaren lässt. Reicht es aus, wenn Kunstakademien einen Platz im „Elfenbeinturm“ und somit einen autonomen Freiraum für kreatives Arbeiten bereitstellen oder strebt der angehende Künstler nach für ihn bisher nicht vorgesehenen Orten und Positionen? Historisch gewachsene Künstlerkriterien wie Authentizität und Originalität stehen zur Diskussion. Künstlerinnen und Künstler definieren ihre Rolle neu. Wie reagieren Kunstakademien auf diesen Wandel des Künstlerselbstverständnisses?

 

PD Dr. Ruth Wöbkemeier, Universität Bremen

Gruppenstrategien und Künstlernetzwerke im Ausstellungsbetrieb des 19. und 20. Jahrhunderts

Karriereplanung gibt es in der Kunst nicht erst seit heute. Als es mit den Ruhm- und Parnass-Geschichten ein Ende nahm, träumte man in Rom, Paris, London und anderswo nicht, sondern ergriff die vielfältigen neuen Öffentlichkeitsformen. Der romantische Künstler als Unternehmer, Freund und Netzwerker zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die Skandale der Impressionisten, die zielgruppenorientierte Arbeit der Expressionisten, die gleichzeitig dem Spektakel und Alltagsmarketing geneigten Avantgarden – sie alle entwickelten neue Formen künstlerischer Existenzen. Sie zeigen uns, dass die Vermischung der Sphären jenseits der Mythen den „reinen Künstler“ nicht korrumpierte, sondern oft Kreativität, neue Formen und unerwartete Perspektiven freigesetzt hat.

 

Vorträge 2007

 

Dr. Peter Funken, Kurator, Kunstjournalist und Autor, Berlin

Über den Skulpturenbegriff

Seit den 60er Jahren wurde die autonome Skulptur aufgrund der Erweiterung des Kunstbegriffes – z. B. durch Joseph Beuys` Vorstellung einer „sozialen Plastik“ – von neuen Formen und Gestaltungsansätzen zwar nicht völlig abgelöst, aber doch in Frage gestellt: Installationen, Objekte, Performance-, Land- und Video-Art, ortsbezogene oder zeitlich begrenzte Installationen, Stadtimplantate sowie eine zeitgemäße „Kunst im öffentlichen Raum“ ergänzten das Spektrum klassisch-plastischer Formulierungen und sind mittlerweile zu Ausdrucksmedien in einer Welt gesellschaftlicher Brüche und Perspektiven geworden. Der Vortrag von Dr. Peter Funken stellt diese Entwicklung vor und möchte sie in der Diskussion mit der Werkstattstipendiatin Sonja Vordermaier und dem Publikum thematisieren.

 

teefontaene.jpg Sonja Vordermaier, Teefontäne, aus der Fotoserie "Strange Order", 2003/04

 

Martin Walde, Wien

Werkpräsentation 

Martin Walde (geb. 1957), ehemaliger Documenta-Teilnehmer und international agierender Künstler, ist einer "Phänomenologie der Veränderung" auf der Spur, indem er zum Beispiel durch chemische und physikalische Prozesse sein Material transformiert, Interventionen im öffentlichen Raum vornimmt und den Betrachter am  Produktionsprozess beteiligt. Ausstellungsräume werden zu Werkstätten, in denen der Besucher als Gesprächspartner oder aktiv Mitwirkende tätig werden kann. Partizipation und Interaktion sind zentrale Begriffe seiner zumeist raumbezogenen Arbeiten. Statt von Skulptur, Objekt oder Installation zu sprechen, trifft daher eher der Begriff „performativer InterAktion“ (Maia Damianovic) auf seine Arbeiten zu. Weitere Informationen unter www.martinwalde.at. 
 

 

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Martin Walde, Hallucigenia I, 1989

 

Vortrag 2008

Jörg Heiser „Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht“

„Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht“ – unter diesem Titel fragt Jörg Heiser (geb. 1968), Berlin, Kunstkritiker für die Süddeutsche Zeitung und Chefredakteur der Kunstzeitschrift frieze, nach Kriterien für die Beurteilung zeitgenössischer künstlerischer Werke. Von allem gibt es mehr: mehr Künstler, mehr Sammler, mehr Galerien, mehr Museen, mehr Kunstmessen, mehr Publikum. Nur von einem gibt es weniger: Kriterien. Wie die Kunst verstehen und beurteilen? Sind die jungen Leipziger Maler mit ihren fein gepinselten Visionen automatisch gut, weil sich amerikanische Sammler um sie reißen? Was sagen gestiegene Auktionspreise über den Wert eines Werkes? Slapstick - eine künstlerische Methode als Antwort auf romantische Konzeptualität? 

 

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Abbildung aus Jörg Heiser, 
Plötzlich diese Übersicht – Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht, 
Berlin 2007

 

Jörg Heiser erläutert in seinem Vortrag Ideen, Haltungen und Methoden der zeitgenössischen Kunst im Beziehungsgeflecht von Kunstmarkt und allgemeinem Spektakel. Dabei gibt er anschaulich und begreiflich einen Überblick über die wichtigsten Strömungen der Gegenwartskunst.

 

Vortragsreihe 2009

Im Fokus: Skulptur und Raum

 

Anita Beckers, Galeristin, Frankfurt/M

Video / skulptural  und installativ

In ihrem Vortrag wird Anita Beckers über skulpturale und installative Elemente in der aktuellen Videokunst sprechen. Inwiefern lassen sich „bewegte Bilder“ mit dem Medium Skulptur in Verbindung bringen? Präsentationsformen werden schon in den 60er-Jahren entwickelt, die mittels Fernsehgeräten und Monitoren das Videobild in den realen Raum transportieren und ihm in Installationen und Performances skulpturalen Charakter geben.

Unter dem Begriff „Videoskulptur“ gewinnt seit den 80er-Jahren diese künstlerische Gattung immer größere Bedeutung. Inzwischen beziehen raumgreifende Video-Projektionen in Kombination mit skulpturalen Elementen und Licht den Betrachter auch körperlich in die virtuellen Erzählwelten ein. 

 

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Yves Netzhammer, »Möbel der Proportionen«, 2008, 
Mixed Media Installationsansicht, San Francisco MOMA 
Foto: Ian Reeves, Courtesy Galerie Anita Beckers, 
Frankfurt/M. 
Sammlung DekaBank, Frankfurt am Main

 

 

Anita Beckers setzt sich schon ihrer Frankfurter Galerie seit über 10 Jahren für Videokunst ein. International bekannte Videokünstler wie Björn Melhus, Yves Netzhammer und Julia Oschatz wurden von ihr maßgeblich gefördert. Außerdem ist sie Direktorin für Medienkunst des Studio Residency Program JA.CA in Belo Horizonte (Brasilien). 

 

Marko Lulic, Wien  

„Zerbrochene Räume“

Werkpräsentation

 
Marko Lulic, der in diesem Jahr den Werkstattpreis erhalten hat, wird seine skulpturale und installative Arbeit vorstellen und dabei auch über seine Projekte im öffentlichen Raum sprechen, die realisierten und die nicht realisierten. 
 
„In den letzten zehn Jahren habe ich mich in meiner Arbeit sehr stark mit Körper und Raum beschäftigt. Ein großer Teil davon war der Skulptur der Moderne und da wiederum der Skulptur im öffentlichen Raum gewidmet. Die Arbeiten sind zu einem großen Teil referenziell und beziehen sich auf die Kunstgeschichte, aber sie tun das, trotz eines konzeptuellen Ansatzes, als Bildhauerei, aus dem Objekt heraus, an der Form arbeitend. Alle Arbeiten, auch die, die direkte Remakes sind, haben immer den Charakter des „Begreifens“ und „Nachzeichnens“ im buchstäblichen Sinne.“ (Marko Lulic) 

 

Vitus H. Weh, Kunstkritiker, Museumsberater und Ausstellungsmacher, Wien 

Crossing und Hotspot
Kunst im öffentlichen Raum heute


Die Utopie des öffentlichen Raums verspricht einen hierarchiefreien Ort, um Meinungen, Blicke, Gesten und Gaben auszutauschen. In der Realität aber ist ein innerstädtischer Platz permanent überlagert von kommerziellen, repräsentativen oder sonstigen Partikularinteressen. Auch die Kunst hat in diesen Kampfarenen lange Zeit die Machtkarte ausgespielt: Wie viele Plätze können für die Kunst erobert werden? Wie viel Publikum kann eine Plastik „konfrontieren“?


Aber es geht auch anders. Der Vortrag präsentiert künstlerische Strategien, die nicht auf die „Drop-Sculpture“ setzen, nicht ein autonomes Werk platzieren wollen, sondern sich auf die Umgebung einlassen und es produktiver finden,  einen Ort oder eine vorhandene Skulptur künstlerisch zu kommentieren, als eine neue zu erschaffen.


 

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Thomas Schütte, Projekt: Modell für ein Museum, Hansewinkelplatz Münster, 2007

Foto: Roman Mensing/artdoc.de

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